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CORONA Spezial

COVID19 und der Wissenschaftsjournalismus

Die Pandemie hat alle Bereiche der Gesellschaft und auch alle die, die mit der Kommunikation von Wissenschaft beschäftigt sind, vor besondere Herausforderungen gestellt. Die Wichtigkeit von präzisem, sachlichem, faktenbasiertem und gleichzeitig verständlichem Wissenschaftsjournalismus ist durch die weltweite Verbreitung des neuartigen Virus in hohem Maße deutlich geworden. Hier zeigt sich ganz unmittelbar welche Bedeutung Wissenschaftsjournalismus und die Wissenschaftskommunikation für die Gesellschaft hat.

Auf dieser Seite kommen ehemalige Preisträgerinnen und Preisträger zu Wort und sprechen über ihre Einschätzungen in Bezug auf die aktuellen Herausforderungen für den Wissenschaftsjournalismus, die der Coronavirus ausgelöst hat, aber auch die Veränderungen, die sich persönlich für sie daraus ergeben haben.

Mai Thi Nguyen-Kim | Preisträgerin 2018

Die Gewinnerin des Georg von Holtzbrinck Preises für Wissenschaftsjournalismus in der Kategorie Elektronische Medien spricht in ihrem Video über die Möglichkeiten von sogenannten Corona Schnelltests.

Marlene Heckl | Preisträgerin 2019

Wie lange dauert die Pandemie noch. Die Gewinnerin des Georg von Holtzbrinck Preises für Wissenschaftsjournalismus in der Kategorie Nachwuchs, Marlene Heckl, erklärt in ihrem Video verschiedene Modellrechnungen zu diesem Thema.

Armin Maiwald | Sonder-Preisträger 2000

Armin Maiwald und die Sendung mit der Maus haben vor 20 Jahren einen Sonderpreis des Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus bekommen. Auch heute hilft die Sendung mit der Maus mit ihren Lach- und Sachgeschichten Kindern Wissenschaft zu erklären und näher zu bringen.

Welche Auswirkungen hat COVID-19 auf die Arbeit von Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten?

Für viele der Journalistinnen und Journalisten aus dem Wissenschaftsbereich hat sich die Arbeit, die Wertschätzung und Anerkennung und das persönliche Leben durch die Corona-Pandemie verändert. Wir haben einige unserer Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen 25 Jahre dazu gefragt.

Barbara Hobom | Preisträgerin 1995

"Natürlich verfolge ich mit großem Interesse die wissenschaftlichen Entwicklungen bezüglich des Coronavirus COV Sars 2. Dabei kommt mir zugute, dass ich trotz Ruhestand dankenswerter Weise immer noch eine Reihe von Pressemitteilungen internationaler Journale erhalte, so dass ich neue Erkenntnisse an ihrer Quelle gut verfolgen kann. Hinzu kommen zahlreiche Berichte in Tageszeitungen oder auch im Fernsehen. Zwar verarbeite ich diese Erkenntnisse nicht mehr zu Artikeln, aber vielen Bekannten rund um mich herum, die die Zusammenhänge nicht auf Anhieb verstehen, kann ich erklärend oder interpretierend zur Seite stehen. Ich bin also dank Corona noch einmal ein wenig in die Rolle der Wissenschaftsjournalistin zurückgekehrt. Das macht mir immer noch großen Spaß.

Ich konnte dem „Lockdown“ aber noch andere positive Aspekte abgewinnen – wobei mir klar war und ist, wie privilegiert ich in dieser Situation bin, denn wir haben einen sehr großen Garten. Vieles was schon seit langer Zeit hätte geändert werden müssen, weil Pflanzen überaltert waren oder weil neue gestalterische Ideen mich plagten, konnte ich nun realisieren. Denn andere Aktivitäten wie zuvor Reisen, Theater, Einladungen usw waren nicht mehr möglich, wodurch ich viel Zeit gewann. Dieses gärtnerische Gestalten habe ich als eine wunderbare Zeit empfunden. Ohne Corona hätte ich nicht die Muße gefunden, wirklich noch einmal Neues zu schaffen."

Thorwald Ewe | Preisträger 2000

"Journalistisch hat sich für mich nichts verändert. Auch in meinen Lebensumständen – gesundheitlich, finanziell – habe ich keine Einschränkungen hinnehmen müssen, von unwichtigen Details wie gestrichenen Urlaubsreisen abgesehen. Was sich verändert hat, ist der Blick auf meine Heimatstadt, um die ich mir Sorgen mache: Werden Künstler sowie selbstständige Gewerbetreibende in Gastronomie und Einzelhandel dieses Schreckensjahr durchhalten, oder wird die urbane Landschaft veröden?"

Ulf von Rauchhaupt | Preisträger 2002

"Die größte Veränderung ist – neben dem Homeoffice, dass ich anfangs wahrnehmen musste, jetzt immer noch wahrnehmen kann – das fast völlig Wegfallen von Reisen. Positiv muss ich feststellen, dass ich mehr Zeit habe, weil keine physischen Meetings mehr stattfinden. Da wurde doch viel Zeit vertan."

Ralf Krauter | Preisträger 2005

"Die Wertschätzung für fundierte Expertise im Bereich Wissenschaft ist gewachsen, die Nachfrage nach Orientierung und Einschätzung durch Wissenschaftsjournalisten gestiegen. Das ist positiv. Andererseits hat die anhaltende Berichterstattung der Qualitätsmedien über die wissenschaftlichen Hintergründe der Corona-Pandemie auch dazu geführt, dass sich viele Leute nun selbst für Experten halten. Die Situation ähnelt einer Fußball-WM: Jeder meint zu wissen, wie man die Nationalmannschaft besser aufstellen könnte, um die Erfolgschancen zu steigern. Und jeder will mitreden. Das führt dazu, dass man als Wissenschaftsjournalist im Tagesgeschäft oft damit zu tun hat, kursierende Halbwahrheiten einzuordnen und Fehleinschätzungen gerade zu rücken. Die Herausforderung ist groß, bei all der kleinteiligen Berichterstattung, die großen Linien der Pandemie-Entwicklung und ihrer Bekämpfung im Blick zu behalten und für ein breites Publikum verständlich zu erklären."

Volkart Wildermuth | Preisträger 2010

"Ich bin ein Corona-Gewinnler! Die Nachfrage nach Berichten, Einordnungen und Kommentaren rund um COVID-19 war im ersten Halbjahr riesig und kaum zu bewältigen. Ich habe selten so viel gearbeitet. Noch immer bin ich mehrmals pro Woche zu diesem Thema auf Sendung, arbeite an Datenseiten mit etc. Das sind neue Aufgaben, das ist auch spannend, aber ehrlich gesagt würde ich gerne wieder andere Themen aufgreifen. Aber ganz klar, COVID-19 steht im Fokus und wird bei mir die nächsten Monate dominieren. Die Pandemie zeigt auch, dass kompetenter Wissenschaftsjournalismus kein Nischenprodukt ist, sondern wichtig auch für die ganz allgemeinen Nachrichten."

Stefanie Kara | Preisträgerin 2015

"Recherchen vor Ort und persönliche Gespräche sind beinahe exotisch geworden. Vieles lässt sich natürlich auf digitalen Wegen umsetzen. Wieviel dennoch verloren geht, ist mir vor kurzem noch einmal bewusst geworden, als ich ein langes Gespräch mit zwei Interviewpartnern und einer Kollegin in einem (ziemlich großen) Raum geführt habe. Was dort alles zur Sprache kam, die Verbindungen, die zwischen den Gesprächspartnern entstanden – das wäre in einem Videotelefonat nicht möglich gewesen."

Corona Spezial

Ehemalige Preisträgerinnen und Preisträger des Georg von Holtzbrinck Preises äußern sich auf dieser Seite in verschiedenen Beiträgen und Einschätzungen zur Thematik des Coronavirus, dessen Auswirkungen auf den Wissenschaftsjournalismus und ihr persönliches Leben.

Beiträge
Thorwald Ewe
Marlene Heckl
Barbara Hobom
Stefanie Kara
Armin Maiwald
Mai Thi Nguyen-Kim
Ralf Krauter
Ulf von Rauchhaupt
Volkart Wildermuth

 

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