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Samuel Fischer Gastprofessur für Literatur

Joshua Cohen, Foto: Marion Ettlinger
Joshua Cohen, Foto: Marion Ettlinger

Seit Beginn des Sommersemesters 1998 wird vom S. Fischer Verlag, der Freien Universität Berlin, dem DAAD und dem Veranstaltungsforum der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck jeweils für ein Semester eine Autorin bzw. ein Autor an das Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften der Freien Universität Berlin eingeladen. Neben der Lehrtätigkeit an der FU Berlin werden öffentliche Lesungen und Veranstaltungen mit den Gastprofessoren in Berlin und anderen deutschen Städten veranstaltet.

Literaturen der Welt

Die Gastprofessur ermöglicht Studentinnen und Studenten der Freien Universität Berlin gemeinsam mit international bekannten Autorinnen und Autoren Literatur zu studieren und eigene Texte zu erarbeiten. Eine eigene Edition, edition avl, ist aus der Gastprofessur hervorgegangen, in der die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit dokumentiert und veröffentlicht werden.

Wintersemester

Im Wintersemester 2017/18 ist Joshua Cohen S. Fischer Gastprofessor. Joshua Cohen gewann für sein Schaffen den Pushcart Preis 2012 und den Matanel Preis für jüdische Autoren 2013. Oft wird er in Rezensionen mit seinen sprachgewaltigen Schriftstellerkollegen David Foster Wallace und Thomas Pynchon verglichen.

Joshua Cohen wurde 1980 in New Jersey geboren und studierte Komposition an der Manhattan School of Music. Cohen lebt in New York und arbeitet als Autor, Essayist und Buchkritiker für das Harper's Magazine, die New York Times Book Review und für die Literaturzeitschrift London Review of Books.
In seinen veröffentlichten Erzählungen und Romanen bedient sich Cohen seiner präzisen Beobachtungsgabe und einer virtuosen Sprache, welche mal drastisch, mal klar, mal verspielt-abstrakt ausfällt. Dabei macht er sich auch oft das Textbild seiner Werke zu eigen, indem er häufig Versalien und Leerzeichen in die Bedeutungsebenen seiner Texte miteinfließen lässt.
Sein Roman „Witz“ wurde von der Wochenzeitung „The Village Voice“ auf die Liste der „Best Books of 2010“ und sein Roman „Four Messages“ vom New Yorker auf die der „Best Books of 2012“ gewählt. 2017 war er im Granta Magazine als einer der besten US-Nachwuchsschriftsteller gelistet.

Sommersemester

Lavinia Greenlaw kam 1962 in London zur Welt. Im Alter von elf Jahren zog sie mit ihrer Familie in ein kleines Dorf nach Essex. Rückblickend beschreibt sie diese Zeit in ihrem literarischen Erinnerungsband The Importance of Music to Girls (2007): “I didn’t work: my language, accent. Codes and clothes were all wrong. People laughed at my name and mimicked the way I spoke. My voice was too posh, I had ink on my shirt, I was messy and skinny and dead white.” Zum Studium der Kunstgeschichte an der Kingston University kehrte Greenlaw 1980 nach London zurück, wo sie bis heute als Schriftstellerin, Künstlerin und Journalistin lebt und arbeitet.

Ihr erster Lyrikband, The Cost of Getting Lost in Space, erschien bereits 1991; 1993 folgte Night Photograph, der erste Band in der renommierten Lyrikreihe des britischen Verlags Faber & Faber, für den sie auf der Shortlist zum T.S. Eliot Preis, dem Forward Preis und Whitbread Award for Poetry stand.

Lavinia Greenlaw schreibt nicht nur Gedichte: Für die BBC hat sie Virginia Woolfs Roman Night and Day als Hörspiel adaptiert. Sie hat sich auch in ihren Radio-Dokumentationen mit der Wirkung von Licht und Sehkraft etwa im arktischen Mittsommer, bei der Sonnenwende und an besonders dunklen Orten in England beschäftigt. Mit Audio Obscura schuf Greenlaw 2011 ein immersives Klangkunstwerk – ein Stück zum Anhören auf Kopfhörern im Bahnhof oder an anderen öffentlichen Plätzen – für das sie den Ted Hughes Award für Lyrik erhielt und sie war die erste Artist-in-Residence des Londoner Science Museum.

Auf Deutsch liegen bislang die beiden Lyrikbände Minsk (2006) und Nachtaufnahmen (1998) sowie der Roman Die Vision der Mary George (2001) vor.

Foto: Carolin WeinkopfFoto: Carolin WeinkopfFoto: Carolin WeinkopfFoto: Carolin WeinkopfFoto: Carolin WeinkopfFoto: Carolin WeinkopfFoto: Carolin WeinkopfFoto: Carolin Weinkopf
Foto: Carolin Weinkopf
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Foto: Carolin Weinkopf

Die Samuel Fischer Ehrengast Lesungen

Im Rahmen dieser Gastprofessur wurde die Reihe der Samuel Fischer Ehrengast-Lesungen eingerichtet. Ehrengäste waren bisher u.a. Antonio Skármeta aus Chile, Carlos Fuentes aus Mexiko und Orhan Pamuk, Literaturnobelpreisträger 2006. Aus Anlass des 10-jährigen Jubiläums der Gastprofessur traten Paul Auster am 29. September 2008 im Berliner Ensemble und der Literaturnobelpreisträger Kenzaburo Oe am 1.11.2008 im Haus der Kulturen der Welt auf. Zum 15-jährigen Jubiläum las Vladimir Sorokin, der erste Gastprofessor aus dem Jahr 1998, am 4.6.2013 im Berliner Ensemble aus seinem Roman 'Der Schneesturm'.

Samuel Fischer Gastprofessuren 1998-2016

Bisher hatten die Samuel Fischer Gastprofessur folgende Autorinnen und Autoren inne (alphabetische Reihenfolge):

 

  • Hector Abad, Kolumbien
  • Nora Amin, Ägypten
  • Scott Bradfield, USA
  • Mircea Cartarescu, Rumänien
  • Javier Cercas, Spanien
  • Amit Chaudhuri, Indien
  • Nuruddin Farah, Somalia
  • Nedim Gürsel, Türkei/Frankreich
  • Andrew Sean Greer, USA
  • Robert Hass, USA
  • David Hinton, USA
  • Viktor Jerofejew, Russland
  • Daniel Kehlmann, Deutschland und Adam Thirlwell, Großbritannien
  • Etgar Keret, Israel
  • László Krasznahorkai, Ungarn
  • Alberto Manguel, Kanada
  • Yann Martel, Kanada
  • Michèle Métail, Frankreich
  • Valentin Yves Mudimbe, Demokratische Republik Kongo
  • Kenzaburo Oê, Japan
  • Alice Oswald, Großbritannien
  • Fernando Pérez, Kuba
  • Sergio Ramirez, Nicaragua
  • Richard Powers, USA
  • Teresa Präauer, Österreich
  • Raoul Schrott, Österreich
  • Sjón, Island
  • Vladimir Sorokin, Russland
  • Marlene Streeruwitz, Österreich
  • Sara Stridsberg, Schweden
  • Dubravka Ugrešic, Kroatien
  • Tomas Venclova, Litauen
  • Abdourahman Waberi, Dschibuti
  • Cécile Wajsbrot, Frankreich
  • Feridun Zaimoglu, Deutschland

 

Bisherige Samuel Fischer Ehrengäste:

  • Paul Auster, USA
  • Carlos Fuentes, Mexiko
  • Kenzaburo Oê, Japan
  • Orhan Pamuk, Türkei
  • Antonio Skármeta, Chile
  • Vladimir Sorokin, Russland

Daten und Informationen

Joshua Cohen
USA

Seminar
Peter-Szondi-Institut, FU Berlin
"Versions"
ab 18. Oktober, Mittwoch 14-16 Uhr

Lesung Berlin
12. Februar 2018, 19 Uhr
Jüdisches Museum, Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin

Weitere Informationen
Webpage Samuel Fischer Gastprofessur

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